Lufthansa Cargo AG vertraut auf NIC-place bei Luftfrachtersatzverkehren

Lufthansa Cargo AG vertraut auf NIC-place bei Luftfrachtersatzverkehren

Lufthansa Cargo macht ernst mit Logistik 4.0.

Auf der Plattform NIC-place kann der europäische Marktführer die Luftfrachtersatzverkehre von 21 Road Partnern checken. Für die Ermittlung der Estimated Time of Arrival (ETA) setzt diese Lösung einen neuen Benchmark.

 

VON STEFAN BOTTLER- Stefan Bottler ist Fachjournalist mit Sitz in München.

Quelle: Trucks, Trailer & Telematik, Nr. 6 / November 2018, S. 30, der DVZ

 

Road Feeder Services (RFS) sind für jedes Luftfrachtunternehmen eine Selbstverständlichkeit geworden. Jährlich schlägt der europäische Marktführer Lufthansa Cargo AG (LCAG) über 600.000 t Luftfracht auf „Flughöhe null“ um. Auf rund 91.000 planmäßigen Touren fahren 21 „Road Partner“, darunter Aircargo Transport, Georg Reischl, Georgi Transporte, Jan de Rijk und Transdanubia, 115 europäische Flughäfen an. Jede Tour ist in die Flugpläne integriert. Auf eine pünktliche Ankunft der LKW-Züge am Flughafen muss sich LCAG verlassen. Weil jedoch Baustellen, Staus, Unfälle und andere unvorhergesehene Ereignisse den Straßentransport jederzeit verzögern können, benötigt der Aircargo-Riese ein zuverlässiges Tool für die Ermittlung der Estimated Time of Arrival (ETA). In Zukunft soll dies die Plattform NIC-place sicherstellen. In einer europaweiten Ausschreibung im Herbst 2017 erhielt das Produkt der Kemptener Softwareschmiede Kasasi GmbH den Zuschlag. Jetzt hat das Rollout begonnen. Seit Anfang Oktober kommunizieren die ersten Partner mit LCAG auf NIC-place. „Wir wollen im ersten Quartal 2019 die Umstellung abschließen“, kündigt Markus Fischer, Leiter des RFS-Management von LCAG, an. Während der nächsten Jahre will die Konzerntochter auch außereuropäische Dienstleister anschließen. Vor allem im traditionell starken USA-Geschäft sieht das Unternehmen einen großen Bedarf.

 

Rund 1400 Kunden arbeiten derzeit mit NIC-place. Außer bekannten Logistikdienstleistern wie Dachser, Esser, TNT und Medtrasol haben sich auch Verlader wie beispielsweise ein führender Discounter für die Plattform entschieden. Vor allem bei zeitkritischen Transporten im Lebensmittel- und Pharmamarkt, welche häufig temperaturgeführt sind, hat sich NIC-place als offene und herstellerneutrale Lösung bewährt. Über 100 Schnittstellen „mit größtmöglicher Datentiefe“ (Kasasi-CEO Markus Lechner) weist die Plattform auf. Auf ihr können die Daten aller gängigen Telematiksysteme visualisiert und ausgewertet werden. Auch bei Fahrzeugen und Verkehrsträgern überzeugt die Lösung durch Flexibilit.t. Container, Trailer, Waggons und andere Einheiten können ebenfalls integriert werden, egal ob diese nun auf der Schiene, auf der See oder in der Luft transportiert werden. „Wir schneiden die Anwendungen auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden zu“, versichert Lechner. Die neue Plattform, die im Januar 2018 die neun Jahre alte NIC-Base abgelöst hat, integriert zahlreiche weitere  Funktionalitäten. Die rund 30 Kasasi–Softwarespezialisten hatten den Vorgänger, der ausschließlich Telematikdaten abgebildet hat, unter dem neuen Markennamen systematisch zum Allrounder ausgebaut. So können Anwender jetzt auch Touren managen und überwachen sowie ihre Daten an Dritte freigeben. Ein ETA-Kalkulator ermittelt anhand der aktuellen Verkehrsdaten sowie der verbleibenden Fahrtstrecke und Lenkzeiten die voraussichtliche Ankunftszeit. Mit einem Eskalationsmanagement kann der Anwender außerdem Maßnahmen definieren, wenn das Fahrzeug von der Tour abweicht oder andere ungeplante Events eintreten.

 

Jeder Road Partner arbeitet mit eigenen Telematik- und Transportmanagementsystemen“, bestätigt Fischer. Mit NIC-place schaltet er deren Daten für LCAG frei. In Zukunft wird Lufthansa Cargo auf dieser Plattform alle RFS-Touren überwachen und mit permanentem Livetracking Veränderungen bei der ETA ermitteln. Spätestens nach fünf Minuten findet ein Update statt. Wenn Verspätungen absehbar sind, kann LCAG Umladungen oder andere Maßnahmen organisieren. Auch Transportdaten sind abrufbar. „Der LCAG Partner gibt die Daten nur für die aktuelle Tour frei“, stellt Lechner klar. Wenn er anschließend für einen anderen Auftraggeber fährt, darf die Lufthansa-Tochter auf diese Tour keinen Zugriff haben. Den Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit, die mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nochmals verschärft worden sind, trägt die Lösung Rechnung. Weil ausschließlich unternehmensbezogene Daten anfallen, muss der Road Partner jede LCAG-Tour in seinem Dispositionstool für NIC-place gesondert freischalten. Die freigegebenen Daten selbst werden in einem Backup-Rechenzentrum gesichert und stehen für spätere Auswertungen zur Verfügung.

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